Ich bin kein Trend-Fan … mehr.


In den letzten Tagen begegnet mir das Thema „Trends“ vermehrt. Nun, ich arbeite seit mittlerweile 25 Jahren (die Ausbildung mitgerechnet) in der Gestalterbranche. Seit jeher dreht sich darin alles um in sein, out sein, hip und cool, no go oder to do oder must have oder bliblablub. Für mich bemerke ich eine wachsende Distanz zu diesen Trend-Wellen. Das war früher anders, da habe ich jeden Furz mitgemacht. Da war mir das irgendwie wichtig und ich dachte, ich darf hier nichts verpassen. Ich abonnierte x Zeitungen, kaufte mir dazu noch welche und war natürlich auch im Internet immer auf der Suche nach neuen Impulsen. Jetzt ist es 2019 …

… und ich bin an einem tollen Punkt angekommen. Vor nicht allzu vielen Monden trudelte ein Satz in meinem Geist ein: Trends haben keine Substanz. Ich mag diesen Satz sehr. Entschleunigend und augenöffnend kommt er mit seinen vier Worten daher und schenkt mir seine Erkenntnis.


Genauer betrachtet ist es für mich schon lange so. Diese ganzen Wellen temporärer und mitunter künstlicher Begeisterung erscheinen wie eine gesellschaftliche Sucht, die ich gar nicht mehr teilen und unterstützen mag. Die Suche nach Unterhaltung, Individualität oder besonderer Besonderheit etc. pp. gleicht dem Versuch, ein Fass ohne Boden zu füllen. Abgesehen davon, dass der Prozess Leben höchst dynamisch und damit auch die Gesellschaft immer in Bewegung ist, gilt es hier aus meiner Sicht trotzdem zu differenzieren. Denn das Eine ist der natürliche Prozess und das Andere wurzelt in persönlichen Befindlichkeiten. Ich meine, einer muss ja damit anfangen haben, Trends zu inszenieren.



Ich für meinen Teil bin da zum Beobachter geworden und aus dem Zug, welcher a) immer schneller wird und b) am Ende nur im Kreis fährt, ausgestiegen. Wenn – wie ich behaupte – Trends keine Substanz haben, stellt sich natürlich die Frage, was dann Substanz hat?

In meinen Worten beschrieben, gleicht Substanz etwas Konstantem, etwas Sinnstiftendem, etwas Gehaltvollem. Es ist nichts Kurzlebiges, nichts Defizitäres, keine Hülse und nichts Trennendes. Trends wiederum tragen diese Tendenz der Polarisierung und damit zur Trennung in sich. Anders würden sie ja auch nicht wahrgenommen. Trendmachern bleibt also gar nichts anderes übrig als eine künstliche Polarisierung zu schaffen: „Das ist sowas von gestern, so 1990 … schau, das ist Hyperheute, 2021“. :) Polare Erscheinungen wechseln sich ganz natürlich ab, deswegen kommen Trends und gehen Trends … und kommen wieder … und gehen auch wieder. Was gestern schön war, kann heute schon das Gegenteil sein. Das kennt sicher jeder.



Und am Ende sehe ich es wie immer – und auch das ist eine ewige Konstante: Jeder trägt die Verantwortung für sich und für den Sinn, welchen er seinem Leben gibt. Das kann von keinem Trend abgenommen werden, auch wenn das manchmal einfacher erscheint.



PS:. Wenn du mehr Verantwortung für dein Leben übernehmen magst und noch nicht genau weißt, wie du das schaffen kannst, dann können wir uns gern auf ein Gespräch zum Kennenlernen treffen.



Danke fürs Lesen und wenn du magst Teilen.



Andreas

Photo by Brooke Cagle on Unsplash

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